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Laufen lassen?

Reißt der Strudel der Staatsverschuldungen und Umverteilungen etwa nur nicht ab, weil die Prinzipien der Marktwirtschaft nicht konsequent genug angewendet werden? Dieser Meinung ist nicht nur der Ifo-Querulant Hans-Werner Sinn, alias „Professor Ahab“, der neulich in einem Offenen Brief dafür warb, die Gläubiger, also die privaten Finanzakteure, für die Krise bluten zu lassen, statt sie ständig mit Staatsgeldern aufzupäppeln. Diese seien schließlich das Investitionsrisiko selbst eingegangen und hätten dafür die Konsequenzen zu tragen.

Die Maxime von der „Einheit von Risiko und Haftung“ vertritt auch – und das schon länger – der Interessenverband der Familienunternehmer. Der Verband versteht seine Mitglieder als den Inbegriff einer sauberen Marktwirtschaft. Zwischenzeitlich vom Adenauer-Enkel Patrick Adenauer geleitet, dem das Credo „Lieber tot als rot“ förmlich in die Wiege gelegt wurde, wittert er in jeder Abweichung vom freien Markt einen Angriff auf die Freiheit. Dass man verschuldeten Ländern Kredite gibt, damit diese die Gläubiger weiter bedienen können – das riecht für den Verband nach Sozialismus, einem Sozialismus der Schulden. Denn es führe dazu, „dass private Schulden durch öffentliche Schulden ausgetauscht werden“. Auch die Familienunternehmer wollen, dass die privaten Gläubiger bluten. So gehöre sich das in der Marktwirtschaft.

Damit haben die Freunde der Marktwirtschaft einiges mit Sahra Wagenknecht gemeinsam. Denn auch die Vorzeige-Marxistin der Linkspartei wirbt dafür, dass die Banken die „Quittung“ zu zahlen haben. Denn: „Risiko und Haftung hängen in einer Marktwirtschaft nun einmal zusammen“. Freilich gibt es zwischen Wagenknechts Vorstellungen, die es auch einem Spiegel-Autor ein wenig angetan haben, und der Ideologie der Marktfundamentalisten einen gravierenden Unterschied. In letzterer Logik, sofern sie auch weiter konsequent angewendet würde, müssten die dann insolventen Banken sich selbst überlassen bleiben. In Wagenknechts Vision würden die Banken staatlich neu geordnet werden. Hier wäre dann also bei Wagenknecht doch Schluss mit der Marktwirtschaft, wenn auch nicht mit dem Kapitalismus.

Man mag jetzt rätseln, ob man dann den Kapitalismus nicht doch besser dem freien Markt überlässt. Wer weiß, vielleicht würde er, wenn man ihn seinen „natürlichen“ Lauf nehmen lässt, doch zu seiner eigenen Destruktion und Abschaffung führen, wie es manch linker (Vulgär-)Ökonom sich gerne ausmalt. Die Geisteswelt der Marktfundamentalisten zumindest könnte einen fast daran glauben lassen.

Aber nur fast. Denn zugegeben, eine glaubwürdige Perspektive für die Überwindung des Kapitalismus bietet das nicht. Die Banken jedoch crashen zu lassen, das dürfte zumindest einen qualitativen Unterschied in der Krisenentwicklung machen. Nicht, dass der Kapitalismus damit seine chronische Verwertungskrise lösen würde. Aber die akute Umverteilung und Verelendung in ihrer derzeit gegebenen Intensität könnte womöglich zu Ende gehen.

Sicher ist: Die wachsenden Staatsschulden, die derzeit massiv auf die lohnabhängige Klasse abgewälzt werden, sind von dem Umgang mit den Banken nicht zu trennen. Das zeigen auch die US-Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff in ihrem Buch Diesmal ist alles anders, in dem sie Finanzkrisen aus acht Jahrhunderten untersucht haben. „Das wahre Vermächtnis von Bankenkrisen“, so die beiden, „besteht in einer höheren öffentlichen Verschuldung.“

Der Autor eines Stern-Beitrags, der sich mit Plänen für die Ankettung der Banken aus dem Fenster lehnt, fasst das von Reinhart und Rogoff eingefangene Prinzip wie folgt zusammen: „Es ist immer das gleiche Muster. Die Staaten stützen die Geldhäuser, um sie vor der Pleite zu bewahren. Und verschulden sich. Meist folgt eine Rezession. Die Unternehmen kriseln, entlassen Leute, dem Staat fehlen die Einnahmen. Und die Regierung verschuldet sich weiter. Schulden führen zu neuen Schulden. Die Krise nährt die Krise.“ Es dürfte also noch heiterer werden.


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