Der Glaube schwindet
Bereits 2008, zu Beginn der Krise, hatte das Zentrum eine ähnliche Studie durchgeführt. Seitdem hat der „Glauben“ an den Kapitalismus mächtig gelitten. In den wenigsten der 21 untersuchten Länder hält mehr als ein Drittel die wirtschaftliche Lage für gut (siehe Überblick). Der Verlust des Vertrauens in die freie Marktwirtschaft ist dabei vor allem in den besonders von der Krise betroffenen Ländern groß, etwa in Italien, Spanien und Griechenland.
Ausnahmen des globalen Trends stellen etwa China, Brasilien und – natürlich – Deutschland dar. Demnach bewerten 73 Prozent der deutschen Befragten die Wirtschaftslage hierzulande als gut (20 Prozent mehr als 2008), und nur 23 Prozent sehen die wirtschaftliche Entwicklung pessimistisch. Zum Vergleich: In Griechenland meinen 81 Prozent, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern wird (siehe National Report Card).
Fast 70 Prozent der deutschen Befragten glauben auch daran, dass die Menschen ohne den freien Markt keinesfalls besser dran wären (siehe hier). Allerdings wird das in Ostdeutschland durchaus anders gesehen, so wie generell Befragte, die ihre ökonomische Situation schlechter bewerten, eher eine Präferenz für ökonomische Alternativen aufweisen. Und so ist innerhalb Europas in Spanien und Griechenland diese Tendenz denn auch am größten.
