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Sozis in der Krise: Steine gegen das Finanzkapital?

Die nicht mehr zu übersehende Systemkrise des Kapitalismus ist nun auch von den „Ärzten am Krankenbett“ desselben (so der SPD-Theoretiker Fritz Tarnow auf dem SPD-Parteitag 1931 über die Rolle seiner Partei) diagnostiziert worden. Im Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der sozialdemokratischen Theoriezeitschrift Neue Gesellschaft - Frankfurter Hefte wird über den Kapitalismus und seine Kritiker räsoniert und es werden dabei mitunter auch Tabus gebrochen. In einem durchaus aufschlussreichen Interview mit dem Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, Wolfgang Streeck, resümiert dieser die Rolle der Sozialdemokratie bei der (vermeintlichen) Domestizierung des „kapitalistischen Raubtiers im sozialdemokratischen Käfig“ und kommt schließlich zu dem Schluss, dass die gute alte Zeit des „Rheinischen Kapitalismus“ endgültig der Vergangenheit angehöre, ebenso wie die klassische sozialdemokratische Politik.

Die Finanzmärkte kümmerten sich weder um Käfige, noch um Demokratie, die wachsende Zahl der Prekarisierten und Ausgeschlossenen ist ebenso machtlos, wie die Arbeiterklasse angesichts ihrer Zersplitterung entlang „erstaunlichster Fronten“ kaum mehr zu einem gemeinsamen Handeln über Ländergrenzen hinweg mobilisieren sei. Raum für „verantwortliche Opposition“ in den Parlamenten gebe es nicht mehr, letztlich helfe nur noch – man liest und traut seinen Augen kaum: Steinewerfen!

Das wirft die Frage auf: Wenn verantwortliche Opposition nichts mehr nützt, was ist dann mit unverantwortlicher Opposition? Vielleicht passiert etwas, wenn die Leute einfach immer wieder Steine schmeißen? Wenn alles, was vernünftig und verantwortlich ist, nur darin bestehen kann, jetzt irgendwem irgendwelche Schulden abzuzahlen, die irgendwelche anderen für mich gemacht haben, vielleicht ist es dann noch am verantwortlichsten, wenn man sich mal verantwortungslos verhält.

Fragt sich, wer „man“ ist – die Sozis selber wohl kaum, es reicht sicher, wenn der „Mob“ das tut – dann können sie sich dem in die Enge getriebenen Raubtier als Feuerwehrleute, Sozialpädagogen oder sonstige Spezialisten der „helfenden Zunft“ am Krisenherd auf der Straße andienen. (Ok – diese Häme hat Genosse Streeck dann doch nicht verdient, er ist sicher ehrlich besorgt – aber ein wenig klammheimliche Freude sei uns doch gegönnt, oder?)

Seine Hoffnung setzt er dann in die Selbstheilungskräfte der Gesellschaft:

Von Polanyi kann man eine Art von Minimal-Optimismus lernen: Die Gesellschaft wird sich ihre Auflösung nicht gefallen lassen. Insoweit bin ich zuversichtlich, dass etwas geschieht. In welchen Organisationsformen, kann ich aber nicht sagen.

Den DGB-Gewerkschaften räumt er dabei kaum eine konstruktive Rolle ein, sie seien „unfähig, irgendetwas dagegen zu unternehmen, wie zurzeit die Logik der Demokratie der des Kapitals untergeordnet wird.“ Hoffnungen gebe es wohl nur durch Revolten: „Wenn sich solche Situationen häufen, können vielleicht, ähnlich wie im 19. Jahrhundert, aus Bewegungen, die zunächst nur zielloser radikaler Protest sind, Organisationskerne neuer Art entstehen.“

Da ist der Weg zum Anarchosyndikalismus dann doch nicht mehr so weit. Das sieht der Herausgeber der Zeitschrift, Thomas Meyer, wohl ähnlich. Er macht sich zunächst Sorgen, ob der gute alt Marx tatsächlich noch für eine Renaissance gut sein soll. Zwar bleibe die „Marxsche Kapitalismuskritik“ als „heuristischer Leitfaden für die Krisenanalyse“ von Wert – aber nur wenn „ihrer Dogmatisierung von vornherein widerstanden“ werde. Und das (das Widerstehen!) allein ist Sache der Sozialdemokraten – andere „selbsternannte politische Schüler“ des großen alten Mannes – in Gestalt des „planungseuphorischen Leninismus“ wie auch des „selbstbestimmungsfixierten Anarchosyndikalismus“ werden unweigerlich scheitern.

Wie die Sozis das angehen werden, ist in diversen anderen Artikeln „aus der Werkstatt der einschlägigen Spitzenforschung“ (sic!) zu entnehmen. Da kann man dann weniger staunen, die Mittel sind allesamt sattsam bekannt. Wen’s interessiert, die aktuelle Ausgabe gibt’s prompt als kostenloses Probeheft. Für Selbstbestimmungsfixierte gibt es hier vielleicht Alternativen.


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