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Mäxchen-Ökonomie

Darauf mussten sich die Medien stürzen. Der elfjährige Jurre Hermanns aus den Niederlanden hatte sich um einen hochdotierten Wirtschaftspreis, den "Wolfson Economic Prize", beworben. Die Fragestellung: "Wie kann im Falles des Austritts eines Mitgliedslandes aus der Euro-Zone weiterhin Stabilität und Wachstum gewährleistet werden?" 250.000 Pfund waren für den Gewinner ausgeschrieben – nur der Nobelpreis soll höher dotiert sein. Der kleine Hermans, der als nicht sonderlich begabter Schüler gilt, aber irgendwie "besorgt über die Euro-Krise" sei, reichte seine Idee ein: eine Skizze rund um eine Pizza, erklärt in nicht einmal zwanzig Sätzen. In die Top Five der 452 Bewerber schaffe es Hermanns zwar nicht, doch die Jury war angetan von seiner "Sachkenntnis" und stellte ihm einen kleinen Extrapreis in Höhe von 100 Euro aus.

Seitdem stürzen sich allerlei Medienvertreter auf den kleinen Niederländer und rezipieren dessen Idee, die der Spiegel wie folgt zusammenfasst: "Alle Griechen tragen ihre Euros zur Bank. Dort tauscht eine Maschine die gemeinsame Währung in Drachmen um, das ehemalige griechische Zahlungsmittel. Die dringend benötigten Euros gehen direkt an die Regierung, die damit ihre Gläubiger bezahlt – jeder Kreditgeber, ob Firmen oder Banken, soll laut dem Plan des Schülers ‚ein Stück von der Pizza erhalten’." Hermans weiß offenbar, dass das der griechischen Bevölkerung nicht gefallen dürfte: dafür sprechen die Strichmännchen mit verzogener Miene. Doch auch hierfür hat Hermans the Genius eine Lösung:

Kommen wir zum schlauen Teil meiner Idee: Die griechische Bevölkerung wird ihre Euros nicht in Drachmen eintauschen wollen, weil sie weiß, dass die Drachme dramatisch an Wert verlieren wird. Sie wird versuchen, ihre Euros zu behalten oder zu verstecken. … Wenn ein Grieche also versucht, seine Euros zu behalten … und dabei erwischt wird, bekommt er eine Strafe, so hoch oder doppelt so hoch wie der Euro-Betrag, den er zu verstecken versuchte!!!

Für die Jury, die den Vorschlag des Jungen mit den Enteignungsfantasien offenbar sympathisch fand, war die Angelegenheit ein gefundener PR-Gag für den Wirtschaftspreis, der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt wurde. Vermutlich nehmen sie die Sache gar nicht so ernst. Dafür umso mehr die Medien. Nicht, dass angebliche Wirtschaftsexperten einen ahnungslosen Jungen zu Werbezwecken als Sachverständigen hinstellen und damit ein bezeichnendes Licht auf sich selbst werfen, war Thema, nein, man karrte ihn als "Jungökonom" auch noch durch verschiedene Talkshows.

Wenn Experten den Jungen loben, so anscheinend die Logik, muss an seiner Idee wohl etwas dran sein. Vom Spiegel (s.o.), über Stern und Welt, bis zur Bild, stellt man nun den Jungen als "schlau", "pfiffig" oder gar "genial" dar. Was offensichtlich eine Enteignung der einfachen Bevölkerung ist, wird dort als "Trick" oder Methode der "Überzeugung" ausgewiesen. Und trotz der Fragestellung, die explizit nach den Euro-Interessen, nicht etwa den griechischen fragt, und trotz der Tatsache, dass der kleine Enteigner selbst weiß, dass sein Konzept zuungunsten Griechenlands geht, ist in all diesen Organen von einem Plan zur "Hilfe" oder "Rettung" Griechenlands die Rede. Mehr Ahnungslosigkeit geht kaum – das untertrifft auch noch die "Sachkenntnis" des kleinen Hermans.


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