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Ganz normaler Kapitalismus: Paul Mattick über die Wirtschaftskrise

Ende Februar erscheint in der Edition Nautilus das Buch „Business as usual. Krise und Scheitern des Kapitalismus“ von Paul Mattick jr. Er ist der Sohn des Rätekommunisten und Wirtschaftstheoretikers Paul Mattick, dessen Buch „Marx and Keynes The Limits of the Mixed Economy“ insbesondere auch für die aktuelle Situation von Relevanz ist. John Maynard Keynes, so macht Mattick jr. in seinem Buch deutlich, ging genau wie die neoklassischen Wirtschaftstheoretiker davon aus, dass ökonomische Krisen durch äußere Faktoren ausgelöst werden. Dem hält Mattick entgegen, dass Krisen fundamentaler Bestandteil des Kapitalismus sind – eben „Business as usual“.

Es muss doch eigentlich verwundern, dass die zahlreichen Wirtschaftstheoretiker die aktuelle Krise nicht haben kommen sehen, während linke Publikationen wie die Direkte Aktion oder die Wildcat sie frühzeitig vorhersagen und sogar ihre weitere Entwicklung einschätzen können. Paul Mattick macht uns darauf aufmerksam, dass dies an vollkommen falschen Grundannahmen der Ökonomen liegt: Sie rechnen in Kategorien des „Volkseinkommens“ (z.B. Bruttoinlandsprodukt), in der Unternehmensgewinne keine Sonderrolle spielen, sondern nur einer von vielen Faktoren sind. Das blendet aber aus, dass es sich beim Kapitalismus nun mal um ein System handelt, in dem die sogenannte „Profitgier“ keine Ausnahme, sondern die gewünschte Regel ist und die Unternehmensgewinne damit zentral. Damit muss „der Gesamtwert der produzierten Güter größer sein […] als die Summe aller Löhne, um Profit zu ermöglichen“ (S.39). Krisen sind folglich nichts weiter als eine – notwendige und dem System immanente – „Unterbrechung dieser Geldflüsse“ (S.43). Neu ist an der momentanen Krise lediglich ihr erstmalig globaler Charakter, da sich die „Tendenz zum Weltmarkt“ (Marx) durchgesetzt hat.

Die Kosmoprolet hat ein Interview mit Paul Mattick zu seinem neuen Buch online gestellt, in dem er die Fakten und Fiktionen der aktuellen Wirtschaftskrise Revue passieren lässt. Mattick macht hier noch einmal deutlich, dass es sich bei der aktuellen Krise lediglich um die Fortsetzung der Krise der 1970er Jahre handelt, die durch verschiedene spekulative Blasen bis heute unterdrückt werden konnte, bis auch die größte dieser Blasen – die US-amerikanische Immobilienblase – geplatzt ist.

Deutlich wird sowohl im Buch wie auch im Interview ebenso, dass ein Rückgriff auf den Keynesianismus heute nicht mehr möglich ist. Paul Mattick verdeutlicht im Interview, dass das, was sein Vater vorausgesagt hat, auch passiert ist: „Dass der Keynesianismus unfähig sein werde, einen erneuten Beginn des Konjunkturzyklus zu verhindern – und sogar, dass die nächste Depression die neue Form einer Kombination aus Inflation und Stagnation annehmen würde“. Die „keynesianische Karte“, so Mattick in seinem Buch, ist „bereits weitgehend ausgespielt“ (S.129).

Damit diagnostiziert Mattick aber auch eine Krise der Linken. „Sich selbst überlassen, verspricht der Kapitalismus auf Jahrzehnte hinweg wirtschaftliche Schwierigkeiten“. Der Widerstand dagegen resultiert keineswegs automatisch aus der Krise, Zyklen des Abschwungs sind seit 1800 in jedem Jahrzehnt zu finden und nur in einigen Fällen mit Auflehnung gegen das System verbunden. „Die größte Unbekannte, wenn man über die Zukunft des Kapitalismus nachdenkt, ist die Hinnahmebereitschaft der Weltbevölkerung […]“ (S.134). Paul Matticks Zukunftsperspektive liegt daher auch nicht in einer irgendwie gearteten Rettung dieser Ökonomie, sondern darin, „im Angesicht einer Katastrophe gegenseitige Hilfe zu organisieren“ (S.137). Im Interview:

Es gibt im Moment zum Beispiel Millionen von Leuten, die aus ihren Häusern geworfen wurden. Es gibt also viele leere Häuser, die Leute müssen damit beginnen, diese leeren Häuser zu beziehen. Es gibt viele Nahrungsmittel, also müssen sich die Leute diese Nahrungsmittel nehmen. Wenn Fabriken geschlossen werden, müssen die Leute in die Fabriken gehen und damit beginnen, Güter herzustellen. Aber sie dürfen nicht erwarten, dass ihnen Unternehmerinnen und Unternehmer Jobs geben. […] Die Leute […]müssen ganz direkte Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen fordern – ganz konkrete Dinge. Statt Arbeit zu fordern, die sie sowieso nicht bekommen, müssen sie etwas zu essen fordern. […] Und es gibt absolut keinen Grund, dass sich die Leute diese Dinge nicht einfach nehmen sollten und sie benutzen.“

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